Es gibt sie in allen Formen und Farben. Und damit es nicht langweilig wird, variieren diese unmotiviert mit der Zeit. Experten erkennen sicherlich an der Farbe das Fabrikationsjahr. Ein einheitlicher Look ist damit obsolet.
Wie praktisch sie doch sind. Vor allem für mich als "Hausschwein" - ihr wisst schon, derjenige der am Ende immer die Töpfe leer essen soll, damit nichts verkommt und auch wegen des Wetters und so. Gerade hier kann ich dann einlenken und sagen, ach, lass uns doch die Reste "eintuppern" (Vielleicht der Grund, warum Schweinchen-Rosa eine häufig wiederkehrende Saisonfarbe ist?).
Damit ist das Problem der Resteverwertung noch lange nicht behoben, jedoch zumindest aufgeschoben. Quasi aus den Augen und damit aus dem Sinn. Denn wie so oft gleicht diese Art der Resteverwertung auch einem wunderbaren bunten Schimmelexperiment. Begünstigt von der Tatsache, dass man ja heiße Dinge nicht in den Kühlschrank stellen soll. Aus den Augen aus dem Sinn, da kann es auch mal dauern, bis die schon längst abgekühlten Reste Artgerecht gekühlt werden. Ich bin mir sicher, dass ebenso die omnipräsenten Schimmelsporen auf diese Weise Artgerecht konserviert werden auf ihre farbenfrohe Reinkarnation wie Phönix aus der Asche warten.
Ich habe mal eine mit refem Obst gefüllte Dose in der Straßenbahn liegen lassen. Ich denke oft an sie, und stelle mir das brächtige Farbenspiel in ihrem Innern vor.
Wie praktisch sie doch sind. In jeder Größe und Form, damit sowohl kleinste Speisereste als auch zu üppig gekochte Gerichte ihrem Innern Platz finden. Ich liebe das Abschätzspiel, passt noch alles in die gewählte Dose rein, oder muss ich noch eine größere beschmutzen. Wie unterschiedlich sie sind. So dass sie in keinem Küchenschrank noch in irgendeiner Schublade vernünftig gelagert werden können. Eine kleine bunte Towuwabohu-Party mit Spass Garantie bei der Deckel-zum-Dose Suche.
Zudem werden sie auf exklusivester Art gehandelt. Sie sind weder im freien Handel, noch im Internet erwerbbar. Nur auf einer bunten
Neben all diesen praktischen Eigenschaften gibt es aber auch einen Haken. Man muss die Dosen, bevor man sie wieder in ihre Schubladen-Party entlassen darf, wo sie mit fremden Deckeln an zu bandeln versuchen, gründlich reinigen. Um keine allzu wilde Vermischung von Schimmelspören zu vermeiden.
Wie glücklich, könnte man hier meinen, wenn man stolzer Besitzer einer Spülmaschine ist. Scharfes Spülmittel entfernt bei hohen Wassertemperaturen alles unerwünschte. Zuvor muss man allerdings die Dosen in den Spülmaschinen Korb zwängen. Oft füllen schon wenige Dosen den gesamten Innenraum. Eine Überlagerung ist nicht ratsam, da sich sonst die Dosen gegenseitig vor gründlicher Reinigung schützen.
Das wilde Getue macht nun auch hier keinen Halt. Mit vorliebe drehen sich die Dosen beim Säubern schadenfroh um und präsentieren sich am Ende Wassergefüllt. Diejenigen, die dies nicht geschafft haben, erfreuen sich einem perligen Wasserspiel. Während umliegendes Porzellan tadellos trocken ist, sind die Plastikgesellen triefend nass. Ich habe es noch nie erlebt, dass ich sie direkt zu ihrer Schubladenparty hätte entlassen können.
Wie haltbar sie doch sind. Allen Makel steht die lebenslange Haltbarkeitsgarantie gegenüber (wobei - will man das überhaupt, eine Garantie auf lebenslange Schimmelsporensammlung??).
Wie so oft, ist diese Garantie jedoch eingeschränkt. Kein Teil darf je einer nicht artgerechten Behandlung ausgesetzt worden sein. Während Verschmelzungen auf der Herdplatte selbstredent ein Tabus sind, ist ein Aufwärmen per Mikrowelle schon weniger als No-Go ersichtlich. Aber dass der Einswürfler gerne im Gefrierschrank Schaden nimmt und dann nicht auf Garantie getauscht wird, vermag einem nur sehr schwer einleuchten.
Dennoch, zweifelsohne ein Siegeszug der Plastik-Industrie. Dieser ist tiefer Respekt zu zollen und lässt einen höchstens an seinen Mitmenschen zweifeln.
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